17. September 2013

Freudvoll bewegt

Kinder machen Bewegung aus einem natürlichen Bedürfnis heraus. Sie gehen nicht laufen, um fit zu werden, Gewicht zu verlieren oder sich selbst etwas zu beweisen. Sie laufen, springen, tollen herum, weil es Spaß macht und sich gut anfühlt. Was trägt alles dazu bei, dass Erwachsene oft das Gefühl dafür verlieren, welche und wieviel Bewegung ihr Körper mag, braucht und ihm gut tut? Einen großen Anteil verbucht sicher unsere Sozialisation. In der Schule muss vom ersten Tag an mehrere Stunden still auf einem Stuhl verharrt werden (hat sich das inzwischen signifikant verändert?), wer das nicht schafft, hat mit Problemen zu kämpfen. Am Nachmittag darf in der Wohnung nicht gehüpft, getanzt, gerufen und laut gelacht werden, es gibt ja Nachbarn, die gestört würden. Durch viele Jahre in vitalen Bedürfnissen behindert, ist ein gestörtes Verhältnis zur Bewegung per se nicht verwunderlich, ja folgerichtig. Wir können die Zeit und die Umstände nicht zurückdrehen, mit Bewusstheit und Achtsamkeit allerdings erreichen, dass wir unseren Körper wieder die Freude an Bewegung zurückgeben. Hinderliche Muster in den gewohnten Abläufen des täglichen Lebens können erkannt und verändert werden. Das geht nicht von heute auf morgen. Ein gutes Körpergefühl, Beweglichkeit, weitgehende Schmerzfreiheit und Lebensfreude: Dafür lohnt es sich so manche unbewegte Gewohnheit aufzugeben.

10. September 2013

Zurück zur Beweglichkeit

Im Zuge einer Verletzung, einer Entzündung oder einer Operation kann es zu kleineren oder größeren Verklebungen von Muskel- oder Gewebefasern kommen. Alle diese Strukturen reagieren empfindlich auf verminderte Bewegung, es entsteht ein Teufelskreis. Oft rühren Schmerzen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit daher, dass Bindegewebe und Muskulatur im entsprechenden Bereich nicht mehr so elastisch ist und daher die Bewegungen nicht mehr voll mitmachen kann. Dass die Unterbrechung einer Struktur durch Narben Störungen verursacht, können wir uns eher vorstellen. Muskeleinrisse am Oberschenkel bei Fußballern beispielsweise oder Verletzungen an der Achillessehne erfordern ihre Zeit der Heilung und eine gewisse Empfindlichkeit kann bleiben.
Mit den Griffen der Bowen Technik kann man sehr gut, sanft und nachhaltig auf diesen Problemkreis Einfluss nehmen. Narben kann man nicht wegzaubern, aber man kann den Körper sehr gut dabei unterstützen, beschädigtes Gewebe wieder gut zu versorgen und mit der Zeit zu regenerieren. Heilgymnastik, Physiotherapie und die regelmäßige gezielte Anwendung von Bowen Griffen können so den Aktionsradius weitestgehend wiederherstellen.

2. September 2013

Im oder mit dem Körper

Bei vielen Menschen verändert sich die Körperwahrnehmung, wenn sie mit der Bowen Technik in Berührung kommen. Wir kennen das alle: Man arbeitet konzentriert am Computer, es vergehen die Stunden und wenn man endlich aufsteht, tut der Rücken oder Nacken weh, oder die Sehnen des Unterarmes melden sich unangenehm. Die verspannte Muskulatur machte sich  bemerkbar, vielleicht sogar schon die Tage davor, wurde aber nicht gehört. Durch die tiefe Entspannung während der Bowen Sitzung bekommt der Körper eine andere Referenz, es gibt plötzlich ein Gegenstück im Empfinden, wie man sich auch noch im Körper fühlen kann. Kommt es erneut zu einer einseitigen Belastung, die oft täglich erfolgt, nimmt man eher wahr, was sich zum Negativen, zur Anspannung im Körper verändert hat und beginnt im Idealfall früher gegenzusteuern. Wir besprechen das oft, bei jedem Besuch, sollte das nötig sein. Es freut mich immer, wenn ich solche Zeichen sehe, wenn mir jemand erzählt, er oder sie würde öfter aufstehen, sich dehnen, etwas trinken oder sich auch nur im Sessel bewegen, so wie es gerade angenehm ist. Manchmal genügt, wenn man ein wenig im Sitzen das Becken kreist oder sich im Sessel vorbeut und den Oberkörper auf den Schenkeln ablegt und ein paar tiefe Atemzüge macht, die Arme hochnimmt und sich streckt. Dafür muss man nicht einmal aufstehen.
Bewußtheit ist alles, möchte ich fast sagen und ja, es macht einen großen Unterschied, ob man im Körper oder nur mit dem Körper lebt.

26. August 2013

Das Wunder Bindegewebe

Forschungen der letzten Jahre zeigen, welch große Rolle das Bindegewebe spielt, auch wenn es darum geht, Informationen im Körper weiterzuleiten. Alle spezialisierten Strukturen im Körper, ob Muskeln (hier auch jede einzelne Muskelfaser!), Knochen oder Organe sind umgeben von einem Netz an komplex gebautem Gewebe, feiner oder fester, je nach Notwendigkeit. Es gibt keine Stelle, die nicht über dieses Netzwerk mit allen anderen Stellen im Körper verbunden wäre! Aber was bedeutet das ganz praktisch?
Wenn an einer Stelle im Körper eine Veränderung passiert, teilt sich diese überallhin im Körper mit. Unser Körper reagiert auf alle Einwirkungen nicht nur lokal, sondern auch in seiner Gesamtheit und sollte immer auch in dieser Ganzheit behandelt werden.
Viele Immunreaktionen sowie Heilungsprozesse bei Verletzungen spielen sich, zumindest teilweise, im Bindegewebe ab.
Die Bowengriffe wirken besonders auf Prozesse im Bindegewebe. So ist zu erklären, warum es häufig vorkommt, dass man nach einem Impuls durch einen Bowengriff an einer bestimmten Körperstelle an einer ganz anderen Stelle eine Reaktion spüren kann. Immer wieder erlebe ich Erstaunen darüber. Wenn nach einer Bowtechbehandlung die Empfehlung ausgesprochen wird, viel Wasser zu trinken, nehmen wir weiter Einfluss auf das Bindegewebe und ermöglichen dem Körper mit dieser einfachen Maßnahme sich schneller zu regenerieren.

20. August 2013

Zu spät, zu alt?

Unser Körper verfügt über große Ressourcen. Das Postulat, dass der Mensch ab seinen Zwanzigern abbaut und mit den Jahren immer weniger Leistung bringen kann, wird in vielen Studien relativiert. Natürlich gibt es den Alterungsprozess und doch findet permanent Zellerneuerung statt. Unsere Einstellung zum vielen Dingen im Leben hat einen großen Einfluss auf unseren Körper und so ist es nie zu spät, etwas an unserem Verhalten, unseren Einstellungen und unserem körperlichen Befinden zu verändern. Selbst als irreversibel bezeichnete Prozesse kann man positiv beeinflussen. Gut durchblutetes und versorgtes Gewebe, Muskeln, Gelenke, innere Organe, selbst Knochen besitzen die Fähigkeit sich zu regenerieren.
Eine Klientin, knapp 60 Jahre alt, erzählte mir ganz erstaunt, dass sie wieder etwas größer geworden sei. Vor dem Neuanstrich ihrer Küche hatte sie noch mal eine Vergleichsmessung vorgenommen, bevor die Größenmarker aller Familienmitglieder an der Wand verschwinden würden.
Sie kommt über einen längeren Zeitraum in losen Zeitabständen immer wieder zu einer Bowtech Behandlung und mit der Zeit konnte sich ihr Körper neu ausrichten und eine neue Balance erreichen.


13. August 2013

Wie ein Fisch...

...im Wasser?
In einem Körper leben, der sich mit Leichtigkeit bewegen kann, ohne dass es irgendwo schmerzt oder blockiert, frei und ohne Einschränkungen: Für viele eine Selbstverständlichkeit, über die man nicht groß nachdenkt.
Es erstaunt mich andererseits, dass Menschen Bewegungseinschränkungen hinnehmen und resignieren. "Das ist so, es gibt Schlimmeres", höre ich dann. Niemals würde ich aufgeben und immer versuchen, eine Besserung zu erzielen. Vielleicht deshalb, weil ich so oft erlebt habe, dass Vieles möglich ist. 

Was ist los in einem Körper, der sich nicht mehr wie ein Fisch im Wasser  frei bewegen kann? Landläufig geht man davon aus, dass Erinnerungen im Gehirn gespeichert werden. Tatsächlich kann man den menschlichen Körper als eine Art riesigen Datenspeicher sehen. Alles kann sich auch in der Muskulatur und im Bindegewebe einschreiben: Gefühle, Gedanken, Erlebtes. Unser Körper ist eine Bibliothek, in der Kundige lesen können. Unser Körper spricht tatsächlich zu uns und wir selbst sind es, die seine Botschaft aufnehmen und übersetzen müssen. Wenn er zuviel Stress über längere Zeit aushalten muss, oder Ängste feinste Muskeln auf Dauer spannen, zu viel an ungesunden Bewegungsabläufen Strukturen schwächen, bekommen wir eine Botschaft. Unser Körper spricht manchmal durch Schmerzen und Spannungszuständen zu uns und hofft, dass wir angemessen darauf reagieren: Erkennen, was wir ihm zumuten und etwas verändern. Ein weites Feld und leider kein Schulfach. Es ist weitestgehend Eigeninitiative gefragt. Liebe zu unserem Körper bedeutet auch zu sehen, was er für uns leistet. Anerkennen was da ist - ein erster Schritt zum Heil-sein.

   


8. August 2013

Warum dieser Blog?


Warum dieser Blog?

Bloggen war für mich bisher mit Hobby assoziiert. Selbstausdruck und Kommunikation bekommt über dieses Medium freudvolle Leichtigkeit. Beruflich arbeite ich mit der Bowen Technik. Menschen finden meist durch persönliche Empfehlung zu mir. Erfahrungen mit und rund um diese Körperarbeit festzuhalten und zu vermitteln macht Sinn. Warum also nicht auch Berufliches bloggen!

Beginnen und sehen, was sich entwickelt. Bloggen gibt auch Möglichkeit Feedback zu bekommen und Informationen auszutauschen, auch mal nachzulesen. Das finde ich schön!

 
Was ist Bowtech?

Der Australier Tom Bowen hat diese Methode entwickelt, die mit sanften Griffen Einfluss auf Muskeln und Bindegewebe nimmt und den Körper nach Verletzungen oder anderen Fehlfunktionen unterstützt, sich seiner Ressourcen zu erinnern und Heilarbeit zu tun. Die gezielt und auf eine ganz bestimmte Art gesetzten Griffe steuern bestimmte Rezeptoren an und verändern so die Information im Gewebe. Der gesamte Körper beginnt sich neu auszurichten und in Ordnung zu bringen.