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1. Oktober 2013

Heilende Gespräche


Ein wichtiger Teil meiner Arbeit gehört dem Gespräch. Vor jeder Bowen Technik Behandlung.
Beschwerden fallen selten vom Himmel, oft führen einseitige Belastung, Stress, ungünstige Arbeitsabläufe und -haltungen langfristig zu Veränderungen in der Körperstatik und damit zu Beschwerden, die von den Betroffenen selten in diesem Zusammenhang wahrgenommen werden. Im Gespräch können Ursachen erkannt und Veränderungen eingeleitet werden bevor überhaupt der erste Griff am Körper erfolgt ist. Viele meiner KlientInnen sind dankbar dafür, dass da jemand ist, der ihnen zuhört. Oft bin ich die erste, der sie ihre ganze Geschichte erzählen können und es ist schön zu sehen, wieviel Erleichterung oft schon mit dieser einfachen Maßnahme erreicht werden kann. Eine Klientin Mitte 60 kam mit Beschwerden in einer Schulter, sie konnte nicht mehr auf der betreffenden Seite liegen und ihr Schlaf war ziemlich beeinträchtigt. Nach zwei Behandlungen ( ich hatte die Schulter nicht mal berührt, nur am oberen Rücken gearbeitet) kam sie freudestrahlend mit der Nachricht, dass sie wieder auf der Seite schlafen könne und die Schulter nur mehr wenig schmerzte. Nach weiteren drei Behandlungen erzählte sie mir, was sie in ihrem Leben verändert hatte und sie so dankbar wäre für unsere Arbeit. Genauso ist es: Die Klienten begeben sich auf eine Reise, sie verändern etwas, bewusst, unbewusst oder en passant. Ausgelöst durch die Bowen Griffe und Achtsamkeit für den individuellen Lebensweg kann Heilung geschehen.

10. September 2013

Zurück zur Beweglichkeit

Im Zuge einer Verletzung, einer Entzündung oder einer Operation kann es zu kleineren oder größeren Verklebungen von Muskel- oder Gewebefasern kommen. Alle diese Strukturen reagieren empfindlich auf verminderte Bewegung, es entsteht ein Teufelskreis. Oft rühren Schmerzen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit daher, dass Bindegewebe und Muskulatur im entsprechenden Bereich nicht mehr so elastisch ist und daher die Bewegungen nicht mehr voll mitmachen kann. Dass die Unterbrechung einer Struktur durch Narben Störungen verursacht, können wir uns eher vorstellen. Muskeleinrisse am Oberschenkel bei Fußballern beispielsweise oder Verletzungen an der Achillessehne erfordern ihre Zeit der Heilung und eine gewisse Empfindlichkeit kann bleiben.
Mit den Griffen der Bowen Technik kann man sehr gut, sanft und nachhaltig auf diesen Problemkreis Einfluss nehmen. Narben kann man nicht wegzaubern, aber man kann den Körper sehr gut dabei unterstützen, beschädigtes Gewebe wieder gut zu versorgen und mit der Zeit zu regenerieren. Heilgymnastik, Physiotherapie und die regelmäßige gezielte Anwendung von Bowen Griffen können so den Aktionsradius weitestgehend wiederherstellen.

2. September 2013

Im oder mit dem Körper

Bei vielen Menschen verändert sich die Körperwahrnehmung, wenn sie mit der Bowen Technik in Berührung kommen. Wir kennen das alle: Man arbeitet konzentriert am Computer, es vergehen die Stunden und wenn man endlich aufsteht, tut der Rücken oder Nacken weh, oder die Sehnen des Unterarmes melden sich unangenehm. Die verspannte Muskulatur machte sich  bemerkbar, vielleicht sogar schon die Tage davor, wurde aber nicht gehört. Durch die tiefe Entspannung während der Bowen Sitzung bekommt der Körper eine andere Referenz, es gibt plötzlich ein Gegenstück im Empfinden, wie man sich auch noch im Körper fühlen kann. Kommt es erneut zu einer einseitigen Belastung, die oft täglich erfolgt, nimmt man eher wahr, was sich zum Negativen, zur Anspannung im Körper verändert hat und beginnt im Idealfall früher gegenzusteuern. Wir besprechen das oft, bei jedem Besuch, sollte das nötig sein. Es freut mich immer, wenn ich solche Zeichen sehe, wenn mir jemand erzählt, er oder sie würde öfter aufstehen, sich dehnen, etwas trinken oder sich auch nur im Sessel bewegen, so wie es gerade angenehm ist. Manchmal genügt, wenn man ein wenig im Sitzen das Becken kreist oder sich im Sessel vorbeut und den Oberkörper auf den Schenkeln ablegt und ein paar tiefe Atemzüge macht, die Arme hochnimmt und sich streckt. Dafür muss man nicht einmal aufstehen.
Bewußtheit ist alles, möchte ich fast sagen und ja, es macht einen großen Unterschied, ob man im Körper oder nur mit dem Körper lebt.